Geeignete Prä-und Probiotika bei Histaminintoleranz und dem Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS)

Bei einer Histaminintoleranz liegt bei den meisten Betroffenen eine Inbalance der Darmflora vor, auch Mikrobiom genannt. Das Mikrobiom umschreibt die Ganzheit der mit uns in Symbiose lebenden Mikroorganismen in unserem Körper. Bei gesunden Menschen ist dieses ausgeglichen und setzt sich aus über tausend verschiedenen Stämmen zusammen. Schädliche Stämme sollten hier in einer Minderzahl, die erwünschten hingegen in einer ausgewogenen Menge vorhanden sein. Von bestimmten Dünndarmzellen, den sogenannten Enterozyten, wird eines von zwei Enzymen, die für den Abbau von Histamin im Körper gebildet: Die Diaminoxidase, besser bekannt in der Kurzform DAO. Ja, genau dasselbe wie in den verkäuflichen Tabletten. Der DAOwert zusammen mit dem Histamingesamtwert stellen das Minimum der Diagnostik bei Histaminintoleranz dar.

Aber nicht nur die Verteilung unserer Bakterien ist hier ausschlaggebend. Alle von ihnen haben sehr wichtige, gesundheitserhaltende Aufgaben, wie z.B die Darmschleimhaut (Barriere unseres angeborenen Immunsystems) aufzubauen und zu erhalten oder Darmzellen zu “füttern”, sie also mit Energie zu versorgen und somit ihre Funktion aufrecht zu erhalten. In den Facebookgruppen kommt daher fast täglich eine Frage zum Thema Darmaufbau und welche Produkte empfehlenswert sind. Eine sehr gute Frage, denn alles beginnt und endet mit dem Zustand unseres Darms.

Die moderne westliche Ernährung oder: Wie wir uns(eren Darm) krank essen

Es gibt mittlerweile unzählige Studien die belegen, dass wir uns mit der modernen westlichen Ernährung krank essen. Bis es dazu kommt, können allerdings Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte vergehen. Unser Körper ist eine Supermaschine wenn es um die Aufrechterhaltung und Gegenmaßnahmen bei Lebenstilfehlern geht. Das funktioniert aber nun mal nicht ewig. Irgendwann kommt der Körper an seine Grenzen, Systeme beginnen zu schwächeln oder funktionieren gar nicht mehr und es entstehen Krankheiten. Oft in der Form von Unverträglichkeiten, welches ein Wink mit dem Zaunpfahl des Körpers darstellt, dass etwas nicht in Ordnung ist. Der aktuelle Konsens lautet: 70% aller Zivilisationskrankheiten sind nahrungsinduziert. Die intensivere, wissenschaftliche Untersuchung unseres Mikrobioms und dessen Bedeutung für unsere Gesundheit, rückt in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus. Einige Studien lassen sogar darauf schließen, das der Zustand unseres Mikrobioms für so ziemliche alle Krankheiten der gewichtigste Faktor ist und darüber hinaus entscheidet, wie schnell wir altern, wie alt wir werden und in welchem Zustand.

Die Industriealisierung war der Beginn vieler Erkrankungen. Die Menschen arbeiteten nun zum Großteil in Fabriken anstatt unter freiem Himmel, was zu einem explosionsartigen Vitamin D Mangel in der Bevölkerung führte. Heute leben wir leider gar nicht so anders. Die meisten von uns arbeiten in Innenräumen. Nur deshalb ist Vitamin D überhaupt ein so großes Thema geworden. Die Lösung dafür ist aber denkbar einfach: Jeden Tag Zeit an der frischen Luft verbringen! Vitamin D ist erstmal gar kein Vitamin sondern ein Hormon und wird vom Körper selbst produziert. Dafür benötigt er aber Lichtexposition. Mindestens Gesicht und Hände müssen eine gewisse Zeit täglich dem Tageslicht ausgesetzt sein. Und nein, hinter einer Fensterscheibe gilt nicht, da hier die für die Poduktion benötigten UVB-Strahlen herausgefiltert werden. Kein UVB, kein Vitamin D.

Auch unsere Ernährung begann sich drastisch zu ändern, leider nicht zu unserem Vorteil. Mehl wurde auf dem Land in Mühlen gemahlen und in die Städte gebracht. Leider wird Vollkornmehl nach längerer Lagerung bitter, da die enthaltenen Nährstoffe der Fette mit der Luft oxidieren. Zusätzlich verringert diese natürliche, chemische Reaktion den Nährstoffgehalt eines Vollkornmehles drastisch. Ein zwei Wochen altes Vollkornmehl hat noch ungefähr den selben Nährstoffgehalt wie ein Weißmehl. Ok, plus Ballaststoffe. Für Weißmehl hingegen werden der Keim und die Samenschalten entfernt, also genau die Teiles des Korns, wo die Ballaststoffe und der Großteil der Vitamine und Mineralstoffe enthalten sind. Produkte aus Weißmehl sind deshalb eines: ziemlich leere Kohlenhydrate, die den Blutzuckerspiegel Ping Pong spielen lassen und wir so noch schneller (Heiss-)Hunger bekommen. Zudem fehlen bei Weißmehlprodukten die, für bestimmte Darmbakterien so wichtigen Ballaststoffe.

Dieses Prinzip wird übrigens von der konventionellen Tiermastindustrie genutzt, um Tiere mehr fressen und somit schneller an Gewicht zulegen zu lassen. Der einzige Unterschied ist hier, dass in diesem Fall Zuckeraustauschstoffe genutzt werden. Diese essen wir dann, mit den bereits zusätzlich enthaltenen Medikamentenrückständen, Antibiotika und Wachtumshormonen mit. Fertigprodukte und Fastfood mit einem hohen Anteil gesättigter Fette, hohem Salz- und Zuckergehalt sowie die unzähligen, künstlich erzeugten Zusatzstoffe, mit denen sich unser Körper in seiner gesamten Evolution noch nie auseinandersetzten musste, kommen noch obendrauf. Man muss kein Professor sein, um zu erkennen, dass daraus nichts gutes entstehen wird, weder für jeden einzelnen persönlich, noch im globalen Kontext.

Durch diese Entwicklungen essen wir heutzutage viel zu wenig Ballaststoffe. Wie Untersuchungen zeigen konnten, leben in unserem Darm hochspezialisierte Bakterien, die nur diese verwerten und dadurch sogenannte kurzkettige Fettsäuren (short chain fatty acids, SCFA) produzieren. Ballasttoffe kommen allerdings nur in pflanzlichen Lebensmitteln vor. Wer hier auf Keto/Atkins/Paleo/HiereinTrendwortfürLowcarbeinfügen setzt, und das mit einer der extremeren Richtungen, wo Unmengen an tierischen Produkten ( extrem viel Eiweiß, die arme Leber und Nieren!) verzehrt werden, die übrigens voll sind mit gesättigtem Fett, Cholesterin und vielen anderen entzündungsfördernden Stoffen, können sich diese Bakterien nicht in notwendigem Maße ansiedeln. Und so können auch keine kurzkettigen Fettsäuren entstehen, die so unglaublich wichtig für die Aufrechterhaltung unserer Darmbarriere sind. Diese ist Teil unseres angeborenen Immunsystems und verhindert, dass unerwünschte Stoffe, wie Toxine, Viren, Pilze oder Bakterien über die Schleimhaut in den Rest des Körpers überführt werden. Das gilt im übrigen auch für biogene Amine wie Histamin oder Tyrosin. Ist diese durchlässig, spricht man auch von Leaky-GutSyndrom. Hier sollten wir schnellstmöglich, über eine Ernährungsumstellung und einem Darmaufbau unserem Körper helfen, diese wieder zu “reparieren”.

Wir sind nicht allein, oder: Eine lebenswichtige Symbiose

Unser Körper besteht aus etwa 30 Billionen Zellen und 39 Billionen Bakterien, Pilzen und anderen Mikroorganismen. Wir bestehen also eigentlich mehr aus Bakterien als aus Mensch. Wahnsinn! Ohne unsere unsichtbaren Freunde wäre es uns nicht möglich zu (über-)leben. Wir sind also eine Art Metaorganismus, der seit jeher in und von einer Symbiose lebt.

Kurzer Faktencheck:

  • Ohne Mikroorganismen könnte unsere Nahrung nicht biochemisch aufgespalten werden, sodass die einzelnen, aufgespaltenen Nährstoffe in unsere Zellen gelangen können. Wir würden schlichtweg verhungern. Dies verdeutlicht die Verbindung von Dysbiosen mit Malabsorbtionen, also eine Störung in der Aufnahme von Nährstoffen und die daraus entstehende Minderversorgen der Zellen sowie ihren gesundheitlichen Folgen.
  • Die Bakterien in unserem Darm stimulieren das Immunsystem. Sie entscheiden also darüber, wie oft und wie schwer wir krank werden oder welche zusätzlichen Erkrankungen wir bekommen. Bei einer Histaminintoleranz ist meist mindestens eine weitere Gesundheitsbeeinträchtigung vorhanden.
  • Unser Mikrobiom bestimmt, ob wir zu- oder abnehmen, auf was wir Hunger haben und sogar wie wir uns verhalten. Es spielt zudem einen wesentlichen Faktor bei psychischen Erkrankungen und wie schwer diese sind.
  • Ohne das Mikrobiom hätten wir keinen Säureschutzmantel auf unserer Haut, der Krankheitserreger abhält.
  • Sie schützen uns vor krankmachenden Erregern, da sie diesen das Futter wegfressen.
  • Sind ein wesentlicher Faktor unserer Darmschleimhautbarriere, einem wichtigen Teil unseres angeborenen Immunsystems und deren Funktion sowie Aufrechterhaltung. Wichtigster Faktor bei der Entstehung von Leaky Gut oder anderen Erkrankungen des Darms (z.B Histaminintoleranz), Erkrankungen des Immunsystems oder bei der Entstehung von Krebs.

Bakterienstämme und biogene Amine

Um zu verstehen, warum wir als Betroffene nur bestimmte Probiotika, bzw. eine bestimmte Kombination von Bakterienstämmen nutzen sollten, müssen wir uns die bekanntesten Stämme ansehen und ob diese neutral, histaminsenkend oder histaminbildend sind. Darüber entscheidet der sogannte Strain (s. Abbildung unten). Dieser entscheidet darüber, ob biogene Amine gebildet werden. Bei, z.B. Lactobacillus acidolphus gibt es Strains die weder Histamin noch Tyramin bilden, aber auch welche die es tun und somit in Probiotka für uns problematisch sind. Der Strain ist immer mit einer Stammnummer versehen, z.B. La-14, CECT 7485 oder Rosell 11. Entscheidend ist hier also der Stamm (Strain), nicht die gesamte Spezies, z.B Lactobacillus breve 76 anstatt Lactobacillus breve. Mehr Infos über andere biogene Amine und warum sie für uns ein Problem sind, erfährst du in diesem Artikel.

Der sogenannte Strain (Stamm) bestimmt, ob ein zu einer bestimmten Gattung zugehöriges Bakterium Histamin/Tyramin bildet oder nicht. Dadurch kann man bei bestimmten Stämmen keine pauschale Aussage tätigen, es kommt hier auf den Strain an ,z.B bei Lactobacillus acidolphilus. Ein Strain ist immer an einer Nummer erkennbar. Deshalb ist es wichtig, dass Hersteller von Probiotika diese eindeutig erkennbar deklarieren. Auch auf Nachfrage sollten die Hersteller diese explizit nennen können. Bei Abweisung einer Anfrage ist ein anderer Hersteller zu bevorzugen, da dies sehr unprofessionell ist und es sich hierbei nicht um geheime Informationen handelt. Die wissenschaftlichen Studien dazu sind öffentlich einsehbar.

Geeignete Probiotika bei Histaminose und Mastzellerkrankungen

Bei Histaminerkrankungen kann man nicht alle auf dem Markt erhältlichen Probiotika nutzen. Leider wird noch viel zu oft von Ärzten, Heilpraktikern oder Herstellern die falschen Probiotika empfohlen. Und ja, dass hat auch damit zu tun, dass sich leider viele nicht beim Thema kompetent auskennen. Ein häufiges Szenario: Der Geldbeutel ist leer, weil man sich gleich mehrere, sauteure Produkte gekauft hat und es geht einem noch schlechter. Ein gutes Probiotikum enthält immer lebende, also sich vemehrungsfähige Bakterien. Die KBE (Koloniebildende Einheit) beschreibt die Anzahl der sich im Produkt befindlichen Stämme. Man geht davon aus, dass man eine bestimmte Mindestanzahl einnehmen muss, damit eine Wirkung eintritt. Allerdings gibt es dafür zur Zeit noch keine handfesten Nachweise. Als Betroffener von Histaminintoeleranz, MCAS oder Mastozytose ist es wichtig zu wissen, welche Produkte sicher von den Inhaltsstoffen sind und unsere Symptome nicht noch verschlimmern. Ich habe deshalb folgend alle Produkte aufgeführt, die ich finden konnte. Falls du ein weiteres, verträgliches Probiotikum fidnen solltest, melde dich gern über meine E-mail bei mir.

Achtung: Es ist natürlich trotzdem immer möglich, dass auch Reaktionen auf sonst sehr gut verträgliche Stoffe auftreten! Das liegt an den unzähligen zusätzliche Erkrankungen, Unverträglichkeiten oder Allergien, die MCAS und HIT oft mit sich bringen.

Empfehlungen:

  • Bifidoflor HIT von FürstenMED. Inhaltsstoffe: Bio-Inulin, Überzugsmittel: Hydroxypropylmethylcellulose , 2,8 % Bifidobacterium infantis (microverkapselt), 2,8 % Bifido- bacterium longum (microverkapselt), 1,6 % Bifidobacterium breve (microverkapselt), Lactobacillus rhamnosus, Lactobacillus salivarius, 1,6 % Bifidobacterium bifidum (micro- verkapselt), Lactobacillus gasseri. Besonders hervorzuheben ist, dass die Bifidobakterien mikroverkapselt sind, d.h. sie kommen erst im Dickdarm zur Wirkung, wo sie hingehören.
  • Lactopia ProBio Histamed: Inhaltsstoffe: Nutriose, Bifidobacterium breve, Bifidobacterium Lactis, Bifidobacterium infantis, Bifidobacterium longum, Lactobacillus gasseri und Lactobacillus rhamnosus
  • Histameany Bifidos: Inhaltsstoffe: Füllstoff: Mikrokristalline Cellulose, Calciumcarbonat; Überzugsmittel: Hydroxypropylmethylcellulose, B. bifidum, B. breve, B. infantis, B. lactis, B. longum.
  • Histameany Lactos: Inhaltsstoffe: Füllstoff: Mikrokristalline Cellulose, Calciumcarbonat; Überzugsmittel: Hydroxypropylmethylcellulose; L. gasseri, L. rhamnosus, L. salivarius.
  • Vitabay Bifidyn: Inhaltsstoffe: Bifidobacterium bifidum, Bifidobacterium ssp. longum (beide mikroverkapselt), Überzugsmittel Pflanzenfasern,Trennmittel Calcium Carbonat , Trennmittel Siliciumdioxid.
  • Seeking Health Probiota Bifido: Inhaltsstoffe: Mikrokristalline Cellulose, vegetarische Kapsel (Hypromellose, Wasser, Gellangummi), L-Leucin, Bifidobacterium infantis (Bi-26), Bifidobacterium bifidum/lactis (Bb-02), Bifidobacterium lactis (Bl-04), Bifidobacterium longum (Bl-05), Bifidobacterium bifidum (Bb-06), Bifidobacterium lactis (Bl-07), Bifidobacterium breve (Bb-03)
  • Seeking Health Probiota Histamin X: Inhaltsstoffe: Pflanzliche Kapsel (Hypromellose, Wasser) und mikrokristalline Zellulose, L-Leucin, Kieselsäure, Bifidobacterium infantis, Bifidobacterium bifidum, Bifidobacterium longum, Lactobacillus salivarius, Lactobacillus plantarum, Bifidobacterium lactis, Bifidobacterium breve
  • OptiBac Every Day. Inhaltsstoffe: Kartoffelstärke, Lebendkulturen (Lactobacillus rhamnosus Rosell-11, Lactobacillus acidophilus Rosell-52, Bifidobacterium longum Rosell-175, Lactococcus lactis Rosell-1058, Bifidobacterium breve Rosell-70, Bifidobacterium bifidum Rosell-71); Fructooligosaccharide (FOS 44 mg); pflanzliche Kapsel: Hydroxypropylmethylcellulose; Rieselhilfe: pflanzliches Magnesiumstearat; Antioxidans: Ascorbinsäure. Zum Stamm Lactobacillus acidophilus Rosell-52 gibt es bereits weiter oben Infos. Dieser Strain produziert kein Histamin oder Tyramin!

Geeignete Präbiotika bei Histaminintoleranz und Mastzellaktivierung

Nachdem wir uns nun die verträglichen Probiotika angeschaut haben, folgen nun die Präbiotika. Aber was ist eigentlich ein Präbiotikum? Präbiotika ist der Begriff für unverdauliche Faserstoffe, besser bekannt unter dem Namen Ballaststoffe. Sie werden fachlich auch als Substrat bezeichnet. Diese werden von unseren Darmbakterien als “Futter” verarbeitet. Wir optimieren also die erwünschte Umbesiedlung durch Probiotikaeinnahme, wenn wir zusätzlich noch Präbiotika einnehmen.

Dabei entstehen, unter anderem, sogenannte kurzkettige Fettsäuren (short chain fatty acids, SCFA), z.B Buttersäure, Propionsäure oder Essigsäure. Diese haben sehr wichtige Aufgaben im Körper, wie Energiegewinnung, Vitamin- und Fettsynthese und die Aufrechterhaltung unserer Darmschleimhautbarriere, einem sehr wichtigen Teil unseres Immunsystems. In unserer modernen Ernährung essen wir bei weitem nicht genug davon. Ballaststoffe kommen nur in pflanzllichen Lebensmittel vor. Es ist logisch, dass es aufgrund einer Minderversorgung mit Ballaststoffen zu einer Schwächung der Schliemhautbarriere kommt, welche dann zu eine Kaskade von Krankheiten führt. Das nennt man Leaky Gut, also einen “löchriger Darm”. +

Meist sind plötzlich auftretende Unverträglichkeiten das erste Warnsignal, dass man seinem Darm mehr Pflege und Aufmerksamkeit schenken sollte.

Die mächtigste und effektivste Methode, um unseren Darm gesund zu halten und zu stabilisieren, können wir selbst bestimmen: Unsere Ernährung. Ballaststoffe halten unsere Bewohner gesund und munter, frisches Obst und Gemüse wirken entzündungshemmend, histaminsenkend und mastzellstabiliserend. Wenn man sich allerdings vorher nicht sehr ballastoffreich ernährt hat, sollte man nicht gleich mit Kanonen auf Spatzen schießen und langsam weiße Nudeln, Mehl, Reis und Brot nach und nach mit den Vollkornvarianten austauschen. Und ja, auch mal weiße Nudeln, Brot oder Reis ist in Ordnung, wenn man sich sonst sehr gut ernährt. Wie bei allem im Leben gilt: Weder zuviel noch zu wenig ist gut. Es gibt Präbiotika natürlich auch einzeln als Nahrungsergänzungsmittel zu kaufen. Achte hierbei bitte imme auf unverträgliche Zusatzstoffe.

  • L-Glutamin: Hervorragende beruhigende und regenerative Wirkung auf geschädigte sowie gesschwächte Darmschleimhaut. Perfekt also auch für Leaky Gut oder das Reizdarmsyndrom. L- Glutamin ist das Futter für Bakterien und Muskelzellen. 2-5 Gramm Pro Tag.
  • L-Analyl: Futter für Bakterien, hilft bei Leaky Gut und unterstützt die Entgiftung der Leber und Nieren.
  • Inulin: Gehört zur Gruppe der Fruco- Oligosaccharide, Energiequelle von Bifidobakterien. Enthalten in Zwiebeln, Spargel, Chicoreé und Kohlsorten.
  • Pektin: Einzeln als Pulver erhältlich, z B als verträgliches Geliermittel in Marmelade zu verwenden. Unter anderem in Äpfeln und Beeren enthalten.
  • Resistente Stärke: Enthalten in Reis, Kartoffeln und Nudeln, Vollkorn und Vollkornprodukten.
  • Polysaccharide: Enthalten z. B. in Flohsamenschalen.
    • Man sieht also, dass die Natur uns eigentlich alles in frischen, pflanzlichen Lebensmitteln bereit stellt. Leider sind unsere moderne Lebensweise sowie die Veränderung natürlicher Ökosysteme durch den Landbau bei der Lebensmittelerzeugung der Grund, warum man oft auf zusätzliche Zufuhr durch Supplemente angwiesen ist.
  • Der Hersteller ist hier unbedeutend. Es sollte nur auf unverträgliche Inhalts- und Füllstoffe geachtet werden. Zur Orientierung sollte hier die Sighi-Listen zu rate gezogen werden.

Symptome bei der Einnahme

Sehr oft berichten Betroffene bei der Einnahme der Probiotika von “angeblichen” Histaminsymptomen, welche aber keine sind. Zumindest nicht, wenn man die oben genannten Produkte nimmt, bei denen keinerlei histamin- oder tyraminbildende Stämme enthalten sind. Die folgenden Darmprobleme sind ganz normal und haben nichts mit der Histaminerkrankung zu tun. Sie sind folgedessen keine Symptome sondern eine natürliche Reaktion des Körpers. Man ist der sozusagen der passive Zuschauer eines Kriegsschauplatzes: Man greift mit der Einnahme von Pro- sowie Präbiotika, aber auch durch eine Ernährungsumstellung in ein, meist bereits aus der Balance geratenes System ein, welches nach ganz eigenen Regeln abläuft. Die Bakterien, sowohl die erwünschten als auch die unerwünschten, möchten sich vermehren und mehr Platz einnehmen, Dafür müssen andere Stämme bekämpft werden. Der Platz ist nun mal begrenzt. Das lassen sich diese nicht gefallen, es werden Gase und Toxine produziert, es kommt zu all den vorstellbaren Problemen, die ein Darm haben kann. Natürlich geht es einem dann erstmal nicht gut, dass ändert sich aber im Normalfall sehr schnell. Das unsere Darmflora unsere psychische Verfassung bestimmt, ist mittlerweile Allgemeinwissen. Deshalb bitte nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. Es gibt hier leider keine andere effektive Methode, um das Ungleichgewicht zu bekämpfen. Nach maximal 14 Tagen sollte sich das Befinden verbessern. Mindere Darmbeschwerden können trotzdem bis zu 6 Wochen andauern. Alles darüber hinaus sollte ärztlich abgeklärt werden, hier könnte sich eine weitere, unbekannte Zusatzerkrankung verstecken.

Besonders im Hinblick auf eine histaminbedingte Erkrankung und deren Folgen auf die Lebensqualität, ist es hier also enorm wichtig, das “richtige” Probiotikum zu wählen, um eine weitere Verschlimmerung der Reaktion und Symptome zu vermeiden. Zusammen mit etwas Geduld, einer gesunden, abwechslungsreichen Ernährung, kann man hier eine deutliche Verbesserung erwirken.

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Einen schönen und symptomfreien Tag.

8 Comments

  1. Liebe Mella,

    vielen Dank für die tollen und informativen Beiträge. Ich habe mir einige Beiträge durchgelesen und ein grobes Verständnis über HIT und MCAS entwickeln können.
    Ich habe Long-Covid (Erschöpfung, Brain-Fog, Nesselsucht, Asthma etc.), eine Dysbiose im Darm und Leaky-Gut (erhöhte Histaminbildner, erhöhte Fäulnisflora, verminderte protektive Flora, sehr hohes Zonulin).

    Seit zwei Wochen nehme ich ein Probiotika und mein Körper hat schlecht darauf reagiert. Ich habe keine Darmprobleme dadurch bekommen, sondern meine Long-Covid Symptome haben sich verstärkt (2 Wochen Einnahme). Habe im Anschluss Bifidoflor von Fürstenmed einen Tag eingenommen, da hat mein Körper auch stark darauf reagiert.

    Müsste man im Falle einer Probiotikaunverträglichkeit dann Präbiotika einnehmen, um die Dysbiose weiterhin zu behandeln?
    Könnte es sein, dass ein Darmaufbau und die Behandlung von Leaky Gut ein evtl. vorhandenes MCAS beseitigt?

    Lieben Dank für deinen Einsatz und für die Hilfe.

    • Hallo lieber Emre,

      danke für dein Lob 😊

      Ich werde dir hier keine klare Antwort geben können, da ich deine genaue Anamnese (gesundheitliche Geschichte mit allen Aspekten) nicht kenne sowie deine genaue Fehlbesiedlung. Dies wäre auch Teil einer professionellen Beratung und diese kann leider an dieser Stelle nicht stattfinden. Es gibt einfach soviele Faktoren, die man berücksichtigen muss um eine individuelle sichere Aussage tätigen zu können.

      Eine Probiotikaunverträglichkeit im krankhaften Sinne gibt es nicht. Stell dir einen gesunden Darm wie einen Dschungel vor: Artenreich, ausgewogen und gesund. Bei einer Dysbiose wandelt sich der Dschungel in eine Wüste. Einheimische Arten aus dem Dschungel haben es nun schwer sich hier anzusiedeln, dafür kommen andere, eventuell unerwünchte oder in einer viel zu großen Zahl (Dysbiose). Es geht also darum, die richtigen Lebensbedingungen, sprich Klima für die erwünschten Arten (= die guten Bakterien, die zu wenig vorhanden sind) zu erschaffen. Diese Lebensbedingungen schaffen wir selbst mit unserer Ernährung sowie einem aktiven, zyklischen (regelmäßig) und natürlichem Lebensstil. Die erste Empfehlung wäre also, eine Ernährungsumstellung , basierend auf frischen Lebensmitteln. 80% Gemüse und Obst, 10% Vollkorn, Saaten und Nüsse, 10% Fleisch, Fisch und Milchprodukte. Für deinen Fall würde ich allerdings empfehlen, 3 Monate keine Milch oder Milchprodukte zu essen, zusätzlich zu einer gesunden Ernährungsumstellung udn nur einmal die Woche Fleisch oder Fisch. Nach 3 Monaten langsam wieder einführen und schauen, wie es dir damit geht. Mit eienr planzenbasierten Ernährung oder Kur schaffst du einen gesunden PH-Wert für die erwünschten Bakerien. Sobald sich diese vermehren, verdrängen diese die anderen und wirken so der Dysbiose auf natürliche Weise entgegen. Einfach nur durch “richtiges” essen.

      Aber auch hier wirst du in den ersten Tagen bis maximal 6 Wochen Darmprobleme bekommen. Dies hat aber nichts mit einer HIT/MCAS zu tun sondern ist die Reaktion deiner Flora und Faune auf die veränderten Lebensbedingungen, die du damit bestimmst. Dieses Phänomen trifft jeden Menschen in jedem Alter. Das gleiche geschieht auch hier, wenn du Probiotika einnimmst. Bakterien sind Lebewesen, auch sie wollen leben und sich vermehren. Wenn du nun eine Stamm zuführst, konkurriert dieser mit allen anderen Stämmen um den begrenzten Platzen. Dabei wirst du allerlei Beschwerden verspüren, welche aber auf diesen ” inneren Krieg” zurück zu führen sind und nicht auf die HIT.

      Eine andere Möglichkeit wäre noch, dass du auf einen der Inhaltsstoffe reagierst. Besonders bei MCAS gibt es mögliche Reaktionen auf fast alles abseits von Listen.

      Und nein, eine diagnostizierte MCAS ist nicht heilbar, da hier eine genetische Mutation der Mastzellen in ihrer Sensibilität vorliegt.

      Ich hoffe, ich konnte dir mit meiner Antwort trotzdem helfen.

      Einen schönen und symptomfreien Tag♡

  2. Michela Ivan

    Liebe Mella,

    Noch mal ich…

    Weißt du vielleicht, ob ein Histaminschub auch den Cortisol Spiegel erhöhen kann?
    Ich bekomme einen hochroten Kopf, bin stark erhitzt und komme überhaupt nicht mehr zur Ruhe. Gerade so, als ob ich eine Cortisonspritze (Rückenschmerzen) erhalten hätte.
    Bin dann doch leider schon 55 mit zahlreichen kleinen und großen malaissen .
    Vielen Dank
    Michela Ivan

    • Hallo liebe Michela,

      entschuldige bitte die Wartezeit, manchmal dauert es ein wenig länger bei mir.

      Zu deinen Fragen: Ja, Cortisol und Histamin bedingen sich einander. Cortisol ist ein Stresshormon und regt wiederrum die Produktion vieler anderer Stoffe und Reaktionen an, z.B Neurotransmitter wie Adrelanin oder Dpoamin.Diese und andere Vorgänge triggern wiederrum die Mastzellen, welche ihren Inhalt in das umgebende Gewebe ausschütten, darunter auch das Histamin. Stress an sich gilt als großer Faktor bei der Ausschüttung von Histamin im Körper. Es ist also am Ende eine Art Hamsterrad. Dehhalb ist es enorm wichtig, als Betroffener regulierende Methoden und stressreduzierende Veränderungen zu erlernen/durchzuführen.

      Deine beschriebenen Symptome sowie dein roter Kopf, auch Flush genannt, sind leider typische Histaminsymptome. Auch das Gefühl der Unruhe ist leider häufig, da Histamin auch als Neutotransmitter wirkt und für die Aktivität, sprich die Wachheit zuständig ist. Wenn zuviel Histamin im Körper oder Gehirn vorhanden ist, bekommt unser Körper das Signal zur Aktivität, obwohl es bereits 2 Uhr nachts ist. Genau deshalb sind Schlafstörungen auch leider die Norm.

      In meinem anderen Artikel zur Diagnostik bei HIT kannst du dich einlesen, welche Parameter zu testen sind. Der Artikel für Mastzellerkrankungen ist noch nicht fertig, hier kannst du dich aber bei der Sighi einlesen: https://www.mastzellaktivierung.info/de/mastzellerkrankungen.html

      Des Weiteren würde ich dir empfehlen, die Dinge im Artikel http://blog.histaminonline.de/2021/07/23/histaminintoleranz-verstehen/ unter ” Was man selbst tun kann” durchzuführen.

      Mein Rat wäre dich an einen ganzheitlichen Mediziner, Heilpraktiker mit zusätzlicher Ausbildung in Ernährung oder einem entsprechend ausgebildeten Berater zu wenden, der sich alle deine gesundheitlichen Probleme sowie dessen Verlauf anschaut. Dafür kannst du dir einen Krankheits-Lebenslauf erstellen, wo du alle wichtigen Ereignisse niederschreibst. Dies hilft deinen Ärzten ein vollständigeren Blick zu bekommmen und dir schneller helfen zu können.

      Ich hoffe, ich konnte dir deine Frage beantworten.

      Einen schönen und symptomfreien Tag♡

  3. Michela Ivan

    Großes (wirklich großes) Kompliment für deine Arbeit. Habe seit einigen Monaten Histaminschübe die nicht mehr lustig sind. Ich habe mich im Web „dumm“ gesucht ohne vernünftige Antworten zu bekommen. Deine Beiträge sind gut recherchiert und wirklich leicht verständlich. Die Ursachenfindung wird zwar noch eine Weile dauern, nichts desto trotz hast du mir damit enorm weiter geholfen.
    Vielen vielen Dank

    • Hallo Michela,

      erstmal vielen Dank für dein Lob♡.
      Es freut mich immer sehr wenn ich dir oder jemand anderem mit meiner Arbeit helfen konnte. Ich bin ja selbst Betroffene von HIT sowie vermutlich auch MCAS und stand genau wie du am Anfang vor dieser Wand. Dieses “dumm suchen” ist mir noch sehr gut bekannt. Und wenn man etwas findet, sind es leider zu 80% falsche oder ungenügende Informationen. Super nervig. Und dass, obwohl einem bereits schon schlecht geht.

      Es ist mir deshalb enorm wichtig, anderen Betroffenen die Infos zu dem Thema so verständlich wie möglich anzubieten.

      Ich wünsche dir eine schöne und symptomfreie Zeit♡.
      PS: Auf deinen anderen Kommentar antworte ich dir natürlich auch noch, bitte habe etwas Geduld.

  4. Vielen Dank für deine wertvolle Arbeit!

    • Hallo liebe Anna,

      ich danke dir für dein liebes Kommentar.
      Bleib bitte gesund.

      Einen schönen und symptomfreien Tag

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